Paartherapie oder Paarberatung?
Paarberatung gibt es seit langer Zeit. Im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts waren es Pfarrer und Mediziner, die Beratung in Fragen der Paarentwicklung und der so genannten Paarhygiene, also dem sexuellen Bereich, anboten.
Paartherapie orientierte sich gegen Mitte des 20. Jahrhunderts mehr auf Zertifizierungskriterien und Psychopathologien der Paare. Ich verstehe die Begriffe als unterschiedliche Definitionen einer mittlerweile durchaus vergleichbaren Praxis.
Im Wirrwarr der therapeutischen Definitionen finde ich vor allem interessant, wer dieser Mensch ist, der mich unterstützen will. In welchem Kontext lebt er oder sie, wie arbeitet er, und auf welche Menschenbilder und theoretische Grundlagen bezieht er sich. Von großer Wichtigkeit ist die Frage, ob der Therapeut oder die Therapeutin emotional in der Lage ist, sich auf das Chaos eines Paares in der Krise einzulassen und es gelassen anleiten kann. Dieser Mensch müsste persönlich auf sicherem Boden stehen und sich mehr an der Autonomie der Menschen in kritischer Lage/ kritischen Lebenslagen erfreuen als an der Abhängigkeit von der Hilfe des Therapeuten.