Paartherapie ist oft Interaktionstraining


Was muss ich tun, damit ich das als Reaktion bekomme, was ich will...

...Was aber will ich? Was wollen wir als Paar?

Interaktionstraining für Paare beginnt mit einer Zielbestimmung.
Um was genau geht es und was soll wie besser werden. Dies bestimmt im weiteren Verlauf die Richtung.

Ob es

  • das Erlernen eines Zwiegesprächs ist,
  • das Wiederaufleben lassen von „verliebten“ Ritualen,
  • das Erlernen einer bestimmten Gesprächstechnik,
  • das Zuhören nach Rodgers,

ob

  • Elemente nach Rosenbergs gewaltfreier Kommunikation helfen, Wertschätzung und Anerkennung auszudrücken,
  • ganz anthroposophisch zu schauen ist, auf welcher Wesensgliederebene es knirscht, um daraus eine Interaktionslinie abzuleiten,
  • Rapport aus dem NLP oder ein anderer Inhalt gefragt ist...

entscheidet sich an der Zielstellung. Diese ergibt sich aus den ersten Gesprächen. Hierbei ergänzt sich das Erzählte mit dem anamneseartig Beobachteten. Gemeinsam besprechen wir die nächsten Schritte.

Charakteristisch für manche Krise in Beziehungen sind kalibrierte Kommunikations-Zyklen.
Es kann sein, dass jemand etwas sagt und der andere ohne jede weitere Überprüfung denkt, die „Botschaft“ richtig verstanden zu haben. Dies grenzt an Gedankenlesen und führt häufig zu Missverständnissen.
Das Gegenstück hierzu ist das Achten auf die körpersprachlichen Signale und das Rückkoppeln. Wachsamkeit wird angeregt.

Jeder übernimmt Verantwortung für sich selbst und für die eigenen Gefühle.
Diese adäquat ausdrücken zu können, ist oftmals nicht leicht und setzt voraus, dass man sich in sich selbst einfühlt. Dann im Weiteren geht es oftmals um Empathie: sich auf den anderen einzuschwingen, jedoch die eigene Präsenz gleichzeitig wahrzunehmen. Je nach Fragestellung kann es sein, dass geübt wird, wie Ärger unter Differenzierung von Ursache und Auslöser unterschieden werden kann.
Es kann auch sein, dass eine automatisch erscheinende Reaktion auf ein bestimmtes Wort oder eine Geste immer wieder stattfindet, dass es sogenannte "rote Tücher" gibt. "Rote Tücher" sind wie Klingelknöpfe, die einen bestimmten Reiz mit einer bestimmten Reaktion, einem bestimmten Gefühl verknüpfen. Es gibt jedoch auch "Klingelknöpfe", die automatisch zu einem schönen Gefühl führen, z.B. wenn „unser Lied“ überraschend irgendwo läuft.

Reiz muss nicht Reaktion bedeuten!
Kennt man die Wirkung, die oft unbedachte Gesten oder Worte auslösen, kann man bewusst entscheiden, ob das gewollt ist. Wenn es stört, wird es verändert. Hier ist Sensibilität sich selbst gegenüber angesagt.

Paartherapie ist meist jedoch viel, viel mehr!

Häufig reicht es überhaupt nicht, neue Verhaltensweisen oder Fähigkeiten einzuüben.

Möglicherweise gibt es geheime, unbewusste "Beziehungsverträge" zwischen den Partnern.

Es kann sein, dass grundlegende Werte des Paares im Konflikt sind, oder das Bewusstsein über die eigene Identität von einem oder beiden gestärkt werden muss.

Immer wieder kommt es vor, dass grundlegend existentielle Fragen zu bewegen sind, wem oder was sind wir zugehörig, unter welches Motto stellen ich mein Leben, was ist Sinn und Zweck meines Daseins, was möchte ich am Ende meines Lebens für einen Beitrag geleistet haben. Häufig spielen solche Themen eine Rolle, wenn sich ein Paar aus einer Krise herausarbeitet. Oft ist die Lösung eines Konfliktes nicht eine Trennung und somit Differenzierung gegen den Partner, sondern eine Differenzierung der eigenen Person gerade mit dem Partner.

Paartherapie...

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